Ein aufgeräumter Gruppenraum gehört zum Alltag in Kindergarten und Kita dazu, gemeinsam packen Kinder und Erwachsene mit an.
Alltag
Organisation
Aktualisiert: 28.12.2025

Kinder zum Aufräumen motivieren

Das Aufräumen gehört fest zum Ablauf in Kindergarten und Kita. Auch gehört dazu, dass nicht alle Kinder gerne aufräumen. So kann das Schaffen von Ordnung zu Konflikten zwischen Erwachsenen und Kindern führen. Warum das mit zwei Auffassungen des Begriffs „Ordnung“ zusammenhängt und wie Kinder spielerisch an das Aufräumen herangeführt werden, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Janine Landwermann
Janine Landwermann
Online-Redakteurin

Warum ist aufräumen wichtig für Kinder?

Auch wenn das Chaos im Kinderzimmer in entwicklungspsychologischer Hinsicht wichtig ist und den Kindern Raum zum Experimentieren und Kombinieren einzelner Spielzeuge gibt, ist Ordnung trotz allem ein wichtiger Faktor in der Förderung eines selbstverantwortlichen Umgangs mit der Umwelt. Spielzeuge und Bastelmaterial wertschätzend zu behandeln und an den dafür vorgesehenen Platz zu räumen, stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Die Struktur, die Erwachsene sich im Laufe ihres Lebens angeeignet und verinnerlicht haben, ist auch für Kinder wichtig, um die Eindrücke und Herausforderungen des Alltags bestmöglich einzuordnen und zu verarbeiten.  

Was tun, wenn Kinder nicht aufräumen möchten?

Das Ausüben von Druck ist in jedem Fall zu vermeiden. Wichtig ist hier, individuell auf die Kinder einzugehen und durch eine Kombination aus klarer Kommunikation („In 10 Minuten räumen wir auf.“), kindgerechten Ordnungsstrukturen und Möbeln sowie Aufräumspielen die Momente der Frustration gering zu halten. 

Wann können Kinder alleine aufräumen?

Bereits die ersten Zuordnungsspiele im Kleinkindalter trainieren spielerisch das herstellen einer Ordnung. Kinder in Kindergarten und Kita sind durchaus in der Lage, kurze und einfache Arbeitsschritte („Räumst du bitte diese 5 Autos in die Kiste?“) durchzuführen. Je geübter die Kinder im Aufräumen sind, desto unaufgeforderter passiert dieser Prozess in der Regel. 

Mit transparenten Ordnungssystemen fällt Kinder das Ordnunghalten leichter.

In 3 einfachen Schritten die Voraussetzungen für das Aufräumen schaffen

Die optimale Voraussetzung für das harmonische Aufräumen mit Kindern jeden Alters ist ein kindgerechtes Ordnungssystem aus passenden Möbeln und Aufbewahrungslösungen. Wichtig ist Ordnung im Garderoben- und Eingangsbereich genauso wie im Gruppenraum, Bauraum oder in der Kreativwerkstatt. Ein passendes, auf die jeweiligen Materialien abgestimmtes, Ordnungssystem sollte jeder Bereich der Kindertageseinrichtung haben.

1. Die Möbel sollten eine kindgerechte Höhe haben.

Kinder sind so in der Lage, ihre Aufgaben selbstständig und ohne Hilfe zu erledigen. Das sorgt für Erfolgserlebnisse und stärkt das Selbstbewusstsein. 

2. Körbe und Boxen zur Aufbewahrung sollten nicht allzu voll befüllt sein.

So wird das Ausschütten vermieden, wenn ein bestimmtes Teil gesucht wird.

3. Die Spielzeugfächer oder Ablagen in Bastelschränken sollten auch beschriftet werden.

Gewährleistet wird so, dass jedes Ding seinen Platz findet – alternativ kann hier auch mit Abbildungen gearbeitet werden.

Klare Kommunikation 

Klare Kommunikation und ein Ablauf, der auf die Kinder zugeschnitten ist, erleichtern das Aufräumen zu den jeweils unterschiedlichen Zeiten in Kindergarten und Kita. Während grössere Bauwerke oft über mehrere Tage stehen bleiben dürfen und oft am Ende der Woche abgebaut und aufgeräumt werden, sind es die täglich genutzten Brettspiele, Bücher, Puppen und Tiere, die nach abgeschlossenem Spiel wieder an ihren Platz sortiert werden. Gerade das Stehenlassen aufwendig gebauter Konstruktionen zeigt den Kindern die Wertschätzung ihrer Mühen und fördert ebenfalls den partizipatorischen Grundgedanken der Kindertageseinrichtungen. 

Bevor es zum nächsten Punkt des Tagesablaufs übergeht, wird oft mit einer Ankündigung des bald folgenden Aufräumens gearbeitet. Sind die Kinder auf die anstehende Aufgabe erst einmal vorbereitet, fällt es ihnen leichter, langsam aber sicher aus dem Spiel herauszufinden und sich dem Aufräumen zuzuwenden. 

Entspannter Ordnung mit Kindern schaffen geht so:

  1. Leben Sie Ordnung in Ihrer Einrichtung vor und ermutigen Sie auch die Eltern dazu, dies zu Hause in ihrer Vorbildfunktion zu tun. Kinder lernen am besten durch Nachahmung und werden durch eine positive Grundeinstellung zum Thema Ordnung motiviert.
  2. Klare Regeln für grosse Bauwerke und Spiellandschaften im Vorfeld festlegen. (Was darf bis wann stehenbleiben?)
  3. Das Aufräumen wird einige Zeit vor dem Start angekündigt. „Nach dieser Spielrunde räumen wir auf.“
  4. Zunächst gemeinsam mit den Kindern aufräumen und Hilfestellungen geben – bis sich der Prozess eingespielt hat.
  5. Auch ein deutlich und detailliert ausformuliertes Lob kann hilfreich sein.  

Spiele für das Aufräumen

Das grosse Ordnungswürfeln

Material: ein grosser Würfel 

So geht’s: Die Punkte auf dem Würfel zeigen an, wie viele Spielzeuge von der Person, die gewürfelt hat, aufgeräumt werden. Würfelt ein Kind also eine 4, sucht es sich 4 Dinge, die wieder an den richtigen Platz gestellt werden. 

Der Spielzeug-Greifer

Material: Riesen-Pinzette 

So geht’s: Aufräumen macht mit unterschiedlichen Greifgeräten einfach mehr Spass. Geben Sie den Kindern unterschiedliche Riesen-Pinzetten oder greifer in die Hand. So geht das Aufräumen ganz spielerisch und trainiert auch noch die Grob- und Feinmotorik. 

Aufräumen mit Superkräften

Material: unterschiedliche Kostüme

So geht’s: In eine andere Rolle zu schlüpfen macht fast allen Kindern Spass. Warum also nicht das Aufräumen mit dem Rollen- und Verkleidungsspiel kombinieren? Egal, ob ein Superheld mit Superkräften eine Modelleisenbahn aus dem Weg räumt, oder eine kleine Ärztin ihre Stofftierpatienten ordentlich in das Regalkrankenhaus bringt – spielerische Elemente verknüpfen hier die Aufgabe mit der kindlichen Fantasie. 

Die grosse Schatzsuche

Material: im Vorfeld festgelegte Aktivitäten (ein Buch, das vorgelesen werden kann, ein Hörspiel), die sich im Chaos verstecken

So geht’s: An einem bestimmten Ort in einem Regal oder einer Aufbewahrungsbox wird ein vorher für alle bekanntes Schild hinterlegt, das für das Aussuchen einer besonderen Aktivität steht. Hierfür eignet sich ein laminierter Stern oder ein Kleeblatt. Durch die pädagogische Fachkraft wird nun das Aufräumen angekündigt – und hierbei auch die versteckte Aktivität. Findet nun ein Kind beim Aufräumen das versteckte Symbol, darf sich dieses Kind die nächste Aktivität aus einer Reihe von 3 Vorschlägen aussuchen. 

Das geheimnisvolle Spielzeug

Material: --

So geht’s: Als Variante der grossen Schatzsuche, wird hier kein speziell angefertigtes Symbol versteckt, sondern durch die Erzieherin oder den Erzieher wird im Vorfeld ein spezielles Spielzeug ausgewählt, welches das „geheimnisvolle Spielzeug“ sein wird. Wer dieses Spielzeug beim Aufräumen findet und an seinen Platz legt, darf sich eine Kleinigkeit aussuchen (eine Geschichte, eine Aktivität oder eine Bastelidee). 

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Janine Landwermann
Online-Redakteurin
Erinnern Sie sich noch an den Namen „Ihrer“ Erzieherin aus dem Kindergarten? Ich erinnere mich noch sehr gut an Frau Müller und die endlose Geduld, mit der sie uns Kinder damals im turbulenten Erzieher-Alltag gebändigt, motiviert, begleitet und unterstützt hat. Seit 2013 recherchiere ich bei Betzold in Ellwangen für Sie und Frau Müller Wissenswertes und Hilfreiches aus den Bereichen Pädagogik, Bildung und Organisation. 
Sie haben Feedback, Fragen oder Anmerkungen? Dann schreiben Sie mich einfach direkt an: blog@betzold.de