Nutzung vorgefertigter Elternbriefe in verschiedenen Sprachen
Vorformulierte und in verschiedene Sprachen übersetzte Elternbriefe zu Themen, die im Schulalltag immer wieder relevant sind, können dabei helfen, schnell und unkompliziert mit Eltern in Kontakt zu treten.
Solche Vorlagen für Elternbriefe in verschiedenen Sprachen werden inzwischen auch von Schulbuchverlagen angeboten. Darüber hinaus sind vorformulierte Elternbriefe zu bestimmten Themen auch frei im Internet verfügbar.
Auf 4Teachers.de finden Sie beispielsweise einen inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzten Willkommensbrief mit grundlegenden Informationen zu Schule und dem deutschen Schulsystem, der Familien mit Fluchthintergrund dabei unterstützen soll, sich schnell im schulischen Bereich zurechtzufinden.
Diese vorformulierten Elternbriefe können durch individuelle Informationen ergänzt werden. Im Fall von Einladungen zu Elterngesprächen, Schulfesten oder Aufführungen, z.B. durch das Veranstaltungsdatum, -ort und die Bezeichnung des Ereignisses.
Die vorgefertigten Briefe erlauben zwar nur bedingt, individuelle Begebenheiten einzubeziehen, doch sie ermöglichen es, Eltern mit mangelnden Deutschkenntnissen grundlegend barrierefrei zu informieren und einzubeziehen.
Tipp: Sinnvoll ist es, die Briefe neben der Erstsprache auch in der deutschen Version zu versenden.
Elternbriefe in einfacher oder Leichter Sprache verfassen
Während Elternbriefe in der eigenen Landessprache der Eltern v. a. kurz nach dem Eintreffen in Deutschland eine wichtige Möglichkeit darstellen, in Kontakt zu treten und Informationen weiterzugeben, bieten sich Elternbriefe in „Leichter Sprache“ oder einfacher Sprache besonders für Eltern an, die schon länger hier leben, jedoch nur über begrenzte Deutschkenntnisse verfügen.
Was bedeutet einfache bzw. Leichte Sprache?
Einfache Sprache richtet sich an Menschen, die Texte mit vielen Fachbegriffen, langen Sätzen oder komplizierten Formulierungen schwer verstehen. Es gibt keine streng festgelegten Regeln. Ziel ist es, Informationen möglichst klar und verständlich zu formulieren. Dazu gehören beispielsweise kurze Sätze, bekannte Wörter und der Verzicht auf unnötige Fachbegriffe, Metaphern oder komplizierte Satzkonstruktionen.
Leichte Sprache verfügt über ein festes Regelwerk, das eine leichte Verständlichkeit gewährleistet, und wird durch den Verein „Netzwerk Leichte Sprache“ herausgegeben. Die Vereinfachungen reichen noch weiter, als im Falle der einfachen Sprache, z. B. durch den Verzicht auf zusammengesetzte oder abstrakte Begriffe. Leichte Sprache richtet sich besonders an Menschen mit erheblichen Schwierigkeiten beim Lesen und Verstehen von Texten.
Inzwischen gibt es verschiedene Übersetzungstools, mit denen sich Texte in Leichte Sprache übertragen lassen. Auch hier sollten Sie prüfen, ob der Text tatsächlich verständlich ist und den Regeln der Leichten Sprache entspricht.
Worauf Sie beim Verfassen von Elternbriefen in einfacher Sprache achten sollten:
- kurze Sätze (max. 15 Worte)
- keine verschachtelten Sätze
- nur eine Aussage pro Satz
- Fachbegriffe erläutern oder auf sie verzichten
- kein Wissen voraussetzen
- Orientierung an der gesprochenen Sprache
- Wichtiges durch Fettungen und Hinweisboxen hervorheben
- gut lesbare Druckschrift verwenden
- grosse Schriftgrösse
- Text durch Absätze, Überschriften und Aufzählungen strukturieren
- Sätze im Konjunktiv und Passiv vermeiden
Das Ziel von Elternbriefen in einfacher Sprache ist es, den Zugang zur Zweitsprache zu erleichtern, Scheu vor der Kommunikation in der fremden Sprache zu nehmen und so die Integration zu fördern.