Die Hospitationsphase
Beim Hospitieren sollen erste Eindrücke gewonnen werden, wie es aussehen kann, wenn das theoretische Wissen, das sich über die Semester angesammelt hat, in die Praxis umgesetzt wird.
Beobachten, strukturiert notieren, auswerten und die an den Unterricht anschliessende Nachbesprechung sind wesentliche Bestandteile.
Ziel ist es, sich von den Erfahrenen das ein oder andere abzuschauen, eine neue Perspektive kennenlernen, sich Anregungen zu holen oder zu überlegen, wie man es selbst anders machen möchte. Die Hospitationsphase gibt den letzten Schliff, bevor der eigene grosse Auftritt ansteht.
Werden Sie nicht zum passiven Gast!
Dort hinten in der Abgeschiedenheit kann es aber schon mal passieren, dass man in die Rolle des passiven Gasts verfällt und wie die Schülerinnen und Schüler den Unterricht konsumiert – nur, dass man das Thema schon zu Genüge kennt. Langeweile hallo …
Dabei hatte man sich im Vorfeld doch vorgenommen, auf alles zu achten und übersichtlich zu notieren. Warum fällt das manchmal so schwer?
Das „alles“ ist dabei häufig das Problem: Es ist extrem schwierig, gleichzeitig im Blick zu haben, wie die Gestik, die Bewegung im Raum, Formulierungen, Reaktionen auf Schülermeldungen oder Unterrichtsstörungen gehandhabt werden. Schnell werden die Aufschriebe unübersichtlich und vieles, das man beachten wollte, zieht unbemerkt vorbei.
Am Ende bleiben dann nur allgemeine Eindrücke wie „Alles hat gut funktioniert“, „Die Schüler haben mitgemacht“ oder „Das könnte ich so auch (oder nicht?)“.
Das Blöde ist nur: In manchen Bundesländern ist die Hospitationsphase kurz (oder entfällt sogar komplett) und schon muss man selbst vor der Klasse stehen.