Trendsportarten erobern aktuell viele Bereiche der Welt und können durchaus auch von Lehrerinnen und Lehrern in den Sportunterricht miteinbezogen werden.
Warum? Ganz einfach:
- Die aktuellen Entwicklungstendenzen der gesellschaftlichen Sport- und Bewegungskultur sollen in den Unterricht integriert werden.
- Ebenfalls sind solche Trendsportarten für SuS sehr reizvoll, da sie die Abwechslung im Sportunterricht sehr schätzen und laut Wissenschaftlern ihre sportlichen Fähigkeiten ebenso gut trainieren wie in den traditionellen Sportarten.
- Gleichermassen können die SuS ihrer Kreativität freien Lauf lassen und können über den Sportunterricht hinaus gute und möglichst neuartige Lösungen für Probleme entwickeln.
- Ausserdem stärken Trendsportarten den Fairness- und Kooperationsgedanken. Beim Trendsport ,,Streetball“ wird beispielsweise ohne Schiedsrichter gespielt.
Doch wie werden Trendsportarten überhaupt definiert?
Laut Küssner (2002) sollen Trendsportarten als diejenigen Formen des Sporttreibens bezeichnet werden, die im Verlauf der gegenwärtigen gesellschaftlichen Veränderungen entstanden sind und den aktuellen Bedürfnissen der Individuen entsprechen. Daher gesehen sollte der Trendsport auch mit in den Sportunterricht integriert werden.
Selbst Fussball war einmal eine Trendsportart und entwickelte sich von Jahr zu Jahr weiter. Es stellt eine Chance sowohl für die Lehrerinnen und Lehrer als auch für SuS dar und dient einem zeitgemässen Unterricht.
Folgende Chancen gibt es für die Einbeziehung des Trendsports in der Schule:
- austesten neuer Sportarten/Trendsportarten im Schulsport
- Trendsportarten können altersgemäss angewendet werden
- Trendsport heisst nicht Contra traditioneller Sport, sondern Kombination traditioneller Sportarten + Erweiterung (Boccia → Crossboccia)
- kann auf Bedürfnisse aller SuS eingehen
Vermittlung von Trendsport
- verschiedene Perspektiven berücksichtigen
- Freiräume für Mitgestaltung und Selbstorganisation geben
- Veränderbarkeit des (Trend)Sports bewusst machen
- ganzheitlich und mit stetem Anwendungsbezug vermitteln, „Fehler“ zulassen
- selbstgesteuertes Lernen berücksichtigen, Schüler als Experten einsetzen
- „Habitus“ und Rituale bewusst machen
- stilistische Aspekte in die Bewertung einbeziehen
- Bewegungsräume in der Umgebung erkunden und zugänglich machen
- Trendsport-Events sachgerecht inszenieren
- Trendsport reflektieren
Der Trendsportlehrer:
- ist offen für Neues und Unbekanntes
- ist mehr Organisator und Koordinator, der die Rahmenbedingungen festlegt und arrangiert
- ist mehr Betreuer und Berater, der die Schüler bei der selbsttätigen Auseinandersetzung mit der Sache begleitet
- ist mehr Beobachter, der nicht vorschnell in Lernprozesse eingreift
- ist mehr Sozialarbeiter, der die Schüler mit verschiedenen Rollenanforderungen konfrontiert
- ist mehr Moderator, der die kognitive Ebene belebt und die Schüler zum Reflektieren auffordert und anleitet
- scheut sich nicht, fremde Hilfe (Experten, Sponsoren) in Anspruch zu nehmen
- initiiert Projekte und sucht nach fachübergreifenden Anschlussmöglichkeiten
- behält als Zielperspektive insbesondere auch die Fähigkeit der Schülerinnen und Schüler zur Teilhabe am informellen ausserschulischen Sport im Blick
- setzt sich als Anwalt der Schüler für die Öffnung der Schule, die Zugänglichkeit von Räumen und die Bereitstellung von Materialien ein.
[nach Lassleben, A. (2009). Trendsport im Schulsport. Hamburg: Czwalina]
WelcheTrendsportarten sind für die Schule geeignet?
Hacky Sack