Mit dem Bedarf an neuen Lehrmitteln wächst auch das Unternehmen …
Auf unsere wichtigsten Kunden, die Primarschullehrerinnen und -lehrer, kam damals schon wieder eine Lehrplanänderung zu. Die erst vor wenigen Jahren eingeführte Reform des Mathematikunterrichts wurde rückgängig gemacht. Die alten Lehrmethoden kamen aber nur teilweise wieder.
Wir konnten daher gute, neuartige Lehrmittel in grösserem Umfang verkaufen. Auch unsere Steckwürfel verkauften sich weiterhin gut. Das brachte uns voran und wir kamen nach und nach zu Eigenprodukten.
Mit dem anhaltenden Wachstum unseres Unternehmens waren wir auch in der Rindelbacher Zeit sehr zufrieden. Viele Schulen in einem weiten Umkreis kannten uns und wir freuten uns sehr über unseren guten Ruf.
Lehrkräfte oder Schulsekretariate riefen meistens an, wenn sie für die Schulen etwas bestellen wollten oder meinen Besuch wünschten. Ich erhielt sehr viele Termine. Zu Besuchen an Schulen, die ich als Neukunden gewinnen wollte, blieb dagegen nur noch wenig Zeit.
Bestellte Waren lieferte ich so oft es ging persönlich aus. Dadurch liessen sich die Kunden an uns binden. Es ergab sich fast immer eine gute Gelegenheit zum Vorstellen von Neuheiten.
… und der Personalbedarf
In der Zeit kam so viel Büroarbeit auf uns zu, dass sie von Tina und mir kaum noch alleine bewältigt werden konnte und wir stellten unsere erste Angestellte ein. Von da an trat immer wieder Personalbedarf ein.
Mitarbeiter finden und Arbeitsräume bereitstellen war damals oft schwierig, weil der Betrieb in unserem Wohnhaus untergebracht war. Trotzdem wollten wir uns vergrössern.
Zuerst glaubten wir hauptsächlich mit dem Einsatz von mehr Vertretern wachsen zu können. Es war noch nie ganz leicht, geeignete Handelsvertreter zu finden. Aber in den späten 1970ern und in den 1980er Jahren, gab es in Deutschland – ganz im Gegensatz zur aktuellen Situation – eine fürchterliche Lehrer-Arbeitslosigkeit.
Darunter litten vor allem Berufsanfänger. Nach dem Studium und der Referendarzeit wurden nur noch ganz wenige Referendarinnen und Referendare sofort als Lehrkraft eingestellt. Ein grosser Teil kam auf eine Warteliste.
Interessierten konnten wir zur Überbrückung eine Aussendiensttätigkeit anbieten. Einige junge Leute machten davon Gebrauch. Sie arbeiteten erfolgreich. Sowohl sie als auch wir, waren sehr zufrieden.
Der Betzold Katalog wird bunt