Was sollte jetzt mit den erst vor sechs bis zehn Jahren erstellten Gebäuden in der Maybachstrasse geschehen? Zu unserem Glück benötigte unser Nachbar Stengel fortlaufend mehr Räume für seinen grossen Produktionsbetrieb. Er kaufte uns das gesamte Anwesen ab.
Betzold entwickelt sich vom Katalogversender zum E-Commerce-Unternehmen
Wenngleich das Unternehmen bereits über Webshops und verschiedene Onlinemarketingmassnahmen verfügte, waren wir stets auf Weiterentwicklung bedacht. Im Jahr 2015 starteten wir einen eigenen Blog speziell für Lehrkräfte. Über die Jahre hinweg entwickelte sich dieser schrittweise zum grössten Blog für Lehrerinnen und Lehrer im deutschsprachigen Raum und untermauert das professionelle Auftreten der Bildungsmarke Betzold. Seit 2019 bietet der Betzold Blog auch Inhalte für Kindergärten und Kitas an.
2015 wurde zudem ein neuer Webshop aufgebaut, der auf viele Neuerung im Internet, insbesondere den wachsenden Anteil der Smartphonenutzer, eingeht. Durch zahlreiche technische Verbesserungen konnten wir dadurch stark wachsen und mehr Umsatz ins Internet verlagern.
Auch im Socialmedia wurde mehr getan indem neue Präsenzen auf Facebook, Instagram und Pinterest aufgezogen wurden. Für YouTube holten wir einen eigenen Videoredakteur ins Unternehmen, der fortan Produkt- und Beratungsvideos erstellt, so wurde betzold.tv ins Leben gerufen.
Wir mussten dem wachsenden Anspruch vieler Kunden, Produkte auch auf Amazon oder eBay zu finden, gerecht werden, was zu einer neuen Plattformstrategie führte und uns zu einem sogenannten Marktplatzhändler machte.
Generell entwickelten sich die Webpräsenzen so von reinen Verkaufsmedien hin zu allumfassenden Beratungsseiten, auf denen unsere Kunden nicht nur Produkte, sondern auch wertvolle Informationen rund ums das Thema Bildung finden.
Schulmöbel und Kunststoffprodukte made by Betzold
In den Jahren nach 2009 durften wir uns über stetes Wachstum und andere Erfolge freuen. Ulrich und Albrecht trafen viele richtige Entscheidungen. Die beiden peilten nun auch die Herstellung eigener Produkte an.
Ulrich und seinen Mitarbeitern gelang es, viele weitere Lehrmittelhersteller als Lieferanten zu gewinnen. Die Suche nach einer Möbelfabrik, welche Schränke, Regale und Tische für uns herstellen konnte, war aber schwierig. Im Frühjahr 2010 entschlossen wir uns zu einer weitreichenden, aber riskanten Lösung: Wir beteiligten uns an der GmbH eines Möbelherstellers. Es zeigte sich allerdings, dass keine erfolgreiche Zusammenarbeit möglich war. Jetzt gab es nur eine Lösung: Weg mit Schaden.
Ein Jahr später fasste Ulrich den richtigen Entschluss: Wir mussten unsere Möbel selbst herstellen und mit einem speziellen Spediteur ausliefern. Ich hatte zunächst Bedenken. Für ein Fabrikgebäude und einen modernen Maschinenpark musste eine grosse Geldsumme investiert werden. Durch die Tatsache, dass unser Vertriebssystem gut funktionierte und wir schon Stammkunden für Möbel und Schuleinrichtungen hatten, wurde das Risiko vertretbar. Ulrich liess professionelle Berater kommen, das Gebäude planen, errichten und mit modernsten Maschinen ausstatten. Ulrich behielt Recht. Die 2014 fertiggestellte Möbelproduktion rentierte sich schon bald nach ihrer Inbetriebnahme. Wir waren unabhängig geworden.