„Wenn in ganz Deutschland das Internet ausfällt, werden die Schulen die einzigen sein, die normal weiterarbeiten können“
(Hochschulforum Digitalisierung – 16.10.2018)
Schulunterricht soll digitaler werden – so lautet die grösstenteils einhellige Meinung. Trotzdem hakt es nach wie vor an mehreren Stellen, obwohl die obige Aussage inzwischen zum Glück als „überspitzt“ oder wie in der Quelle des Zitats als „launiger Spruch“ zu bezeichnen ist.
Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) zur Digitalisierung und digitalen Ausstattung unter mehr als 1200 Schulleitungen, die im Mai 2019 veröffentlicht wurde, zeigte aber, dass viele Schulen noch nicht fit für das grosse Thema Medien & Informatik sind. Die Digitalisierung verlaufe „nur im Schneckentempo“.
Die Corona-Pandemie hat die Forderung nach digitaler Bildung verstärkt und dringlicher gemacht: Der damals immer wieder notwendige Wechsel- oder Distanzunterricht konnte nur mit digitalen Mitteln gelingen. Obwohl mit dem Digitalpakt ein erster Schritt getan wurde, ist die Situation an vielen Schulen noch weit weg von perfekt.
5 Vorteile von digitalem Unterricht
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Individualisierter Unterricht:
Digitale Medien erleichtern eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler im Sinne einer Binnendifferenzierung.
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Selbstorganisiertes Lernen:
Sind die Lernmaterialien zentral über eine Lernplattform verfügbar, können die Schülerinnen und Schüler zeit- und ortsunabhängig darauf zugreifen. Sie können sich die Lernzeiten und die Fächer, für die sie arbeiten möchten, frei einteilen und wenn sie gut zurecht kommen auch schon vorarbeiten. Da ermöglicht es, Lernziele im eigenen Tempo zu erreichen.
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Arbeitsmaterialien aktualisieren:
Liegen Ihnen Ihre Arbeitsmaterialien in digitaler Form vor, haben Sie die Möglichkeit, diese bei Bedarf zu aktualisieren.
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Medienkompetenz steigern:
Kinder sind häufig in der Lage digitale Medien zu bedienen. Um die Möglichkeiten und Gefahren einschätzen zu können, muss ihre Medienkompetenz aber geschult werden. Dieses Thema rückt durch den alltäglichen Umgang mit den Geräten mehr in den Fokus. Zudem sammeln die Schülerinnen und Schüler Erfahrungen im Umgang mit den digitalen Medien. Im Beitrag "Fake News erkennen" haben wir Tipps und Informationen für Ihre Klasse vorbereitet. Ein einen guten Einstieg bietet auch der SWR Fakefinder.
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Mehr Motivation durch spielerische Elemente:
Viele Lernapps arbeiten mit spieltypischen Elementen wie Spieldesign, Spielmechaniken oder Spielprinzipien, was auch als Gamification bezeichnet wird. Das Ziel: Motivierte Lernende :)
Auf digitale Möglichkeiten ausgerichtete Materialien, Methoden und Konzepte
Wie erwähnt, können digitale Medien und Technologien ihr Potential nicht zeigen, wenn sie die bewährten Konzepte und Methoden für den Unterricht lediglich ersetzen. Bevor Sie über den Kauf von Geräten nachdenken, sollten Sie folgende Punkte besprechen:
1. Pädagogisch-didaktisches Medienkonzept:
Bevor es losgeht, ist es sinnvoll, sich ein paar Fragen zu stellen, damit der Einsatz der digitalen Technik auch zielgerichtet stattfindet und zu Ihrer Schule passt:
Gibt es bereits ein Medienkonzept an Ihrer Schule? Falls nicht, sollte eines ausgearbeitet werden. Besteht es, sollte es vielleicht ergänzt werden?
Vor dem Einsatz im Unterricht sind mögliche Fragen:
- Warum wollen Sie digitale Hilfsmittel im Unterricht einsetzen?
- Welche pädagogischen Ziele wollen Sie damit erreichen?
- Wie lassen sich die digitalen Hilfsmittel inhaltlich und methodisch in den Lernprozess integrieren?
- Wie soll die technische Ausstattung und Infrastruktur der Schule für den Medieneinsatz gestaltet sein?
- Wie kann die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte sichergestellt werden?
- Sind Datenschutz und Datensicherheit gewährleistet?
- Wird das Konzept kontinuierlich weiterentwickelt und geprüft?
2. Geeignete Materialien:
Noch ist die Verfügbarkeit geeigneter digitaler Materialien nicht für jedes Unterrichtsthema gegeben. Das Angebot der Schulbuchverlage, Plattformen (die Materialien online zur Verfügung stellen) und frei zugängliche Lehr- und Lernmaterialien (OER) zur Verfügung zu stellen, wächst aber stetig. Hier haben wir für Sie einige gute Quellen zusammengestellt.
3. Didaktik- und Unterrichtskonzepte überdenken und auf die neuen Möglichkeiten ausrichten
Es reicht nicht aus, den analogen Unterricht nun mit digitalen Mitteln zu halten. So wird das Potential der Technik verschenkt. Die bestehenden Unterrichtskonzepte sollten deshalb anlysiert und überdacht werden, wie es vielerorts bereits im Zuge des coronabedingten Distanzunterrichts geschehen ist. Häufig erhalten die Schülerinnen und Schüler einen kurzen Impuls zu einem neuen Thema und können dann digitale Medien für Übungen nutzen.
Einen anderen Ansatz bietet das Flipped Classroom. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie im Beitrag „Flipped Classroom – Schon mal umgedrehten Unterricht gehalten?“.
Weitere Punkte, die Ihnen beim Einsatz digitaler Technik im Unterricht weiterhelfen können:
- Richten Sie den Einsatz der Technik auf die Ziele aus, die Sie erreichen möchten.
- Welche Massnahmen, digital wie analog, eignen sich am besten, um die Lernziele zu erreichen?
- Multimediale Elemente wie Audio, Video, Animationen und Simulationen können den Lernstoff anschaulicher gestalten.
- Oftmals bieten digitale Optionen die Möglichkeit, den Stoff zu differenzieren und verschiedene Schwierigkeitsniveaus auszuspielen.
- Bieten Sie den Schülerinnen und Schülern an, Feedback zu geben, um den digitalen Unterricht noch weiter zu verbessern.