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Aktualisiert: 25.11.2025

Klassenarbeiten korrigieren: 10 Tipps für eine schnelle Klausurkorrektur

So klappt das Korrigieren fast wie von selbst : Hier erfahren Sie, wie Sie einem der Top-Zeitfresser im Lehrerberuf den Kampf ansagen können: dem Korrigieren von Tests und Klassenarbeiten. Dazu haben wir für Sie 10 Tipps zusammengestellt, mit denen Sie schneller, strukturierter und stressfreier korrigieren.
Bettina Kroker
Bettina Kroker
Online-Redakteurin
WavebreakMediaMicro – stock.adobe.com

10 Tipps zum Zeit sparen beim Korrigieren

Lehrerinnen und Lehrer, die noch wenig Routine bei Unterrichtsvorbereitung und Korrekturen haben und nicht auf einen reichen Fundus angesammelter Materialien zurückgreifen können, haben Schwierigkeiten, die Ansprüche an die eigene Arbeit mit den zahlreichen Aufgaben zu vereinbaren ohne bis drei Uhr nachts am Schreibtisch zu sitzen. Sie sind mit damit aber nicht alleine, Selbstzweifel sind wirklich überflüssig.

Klausurkorrekturen sind dabei die unangefochtene Nummer eins unter den Zeitfressern im Lehrberuf. Wer sich im Studium dann noch für die korrekturintensivsten Fächer Deutsch und Fremdsprachen entschieden hat, steht nicht selten vor dem Problem, dass ein Tag zu wenig Stunden hat.

Wir möchten Sie nun aber sicher nicht zum Jammern verführen! Es bringt ja leider nichts, senkt die Stimmung (auch im Kollegium) und kostet Zeit, in der Sie schon ein paar Aufgaben korrigieren könnten.

Deshalb stellen wir Ihnen 10 Methoden vor, die Ihnen dabei helfen, sich schneller wieder beliebteren Tätigkeiten zu widmen:

1. Erwartungshorizont:

Klar, die Anfertigung eines Erwartungshorizonts (am besten in der zur Verfügung stehenden Prüfungszeit) macht erstmal Arbeit. Einmal getan, schaffen Sie die Punktevergabe und Noteneinschätzung aber umso schneller. Die formulierten Erwartungen helfen Ihnen ausserdem, gerecht zu korrigieren.

Denn: Manchmal fallen auch Ihnen in der zur Verfügung stehenden Zeit nur eine begrenzte Anzahl an Punkten zu einem Thema ein und die Erwartungshaltung den Schülerinnen und Schülern gegenüber wird realistischer.

2. Abwechslung:

Korrekturen werden gerne aufgeschoben, weil es eine doch eher zähe, aber zugleich geistig fordernde Arbeit ist.

Deshalb gilt: Je mehr Abwechslung Sie schaffen können, umso besser!

In diesem Fall haben Deutschlehrkräfte sogar einen Vorteil: Sie können eine Themenauswahl anbieten und haben so drei kleinere Klausurenstapel mit unterschiedlichen Themen, anstatt knapp 30 Arbeiten zum selben Thema lesen zu müssen.

Manchmal hilft es schon, den Arbeitsplatz zu wechseln (am besten auch mal auf den Balkon oder in den Garten ziehen), um die Eintönigkeit zu vertreiben. Oder Sie gehören zu den Menschen, denen Musik beim Erledigen von ungeliebten Arbeiten mehr hilft als ablenkt.

Korrigierte Klausur
Je mehr Abwechslung beim Korrigieren, desto besser! Quelle: Betzold
*Angebote gültig bis 21.06.2026. Nur solange der Vorrat reicht.

3. Belohnungen:

Als Pädagoginnen und Pädagogen wissen Sie: Erfolgserlebnisse und Belohnungen motivieren – auch Sie selbst!

Gönnen Sie sich etwas! Nach Abi-Klausuren darf’s schon etwas mehr sein, sonst lädt auch Schokolade, ein gutes Buch oder ein Spaziergang die Batterien wieder auf.

4. Das Beste zuerst (und zum Schluss):

Es ist ziemlich demotivierend, wenn schon unter der ersten Arbeit eine frustrierende Punktezahl steht.

Sie kennen doch Ihre Pappenheimer: Reservieren Sie für den Anfang und den Schluss Klausuren, bei denen Sie gute Ergebnisse erwarten.

So starten Sie gut gelaunt und beenden die Korrekturrunde positiv (und vielleicht überrascht Sie eine Schülerin oder ein Schüler auch auf der Strecke dazwischen).

5. Tschüss Perfektionismus (aber nicht: Hallo Schludrigkeit!):

Während des Studiums und vielleicht noch im Referendariat musste alles vollkommen sein. Jede Unterrichtsstunde war ein Feuerwerk und die Kommentare unter den Klausuren waren überaus geistreich. Damit ist jetzt Schluss!

Das klingt hart, aber Perfektionismus ist v.a. zu Beginn der Lehramtskarriere kaum zu leisten. Um nicht auf ein Burnout zuzusteuern, müssen Sie die Korrekturen professionell, aber etwas entspannter sehen. Und falls Ihnen einmal ein Fehler entgeht, wird es Ihnen der Schüler bzw. die Schülerin sicher nicht nachtragen …

6. Schnelle Entscheidungen:

Überlegen Sie nicht zu lange, ob Sie zwei oder drei Punkte für eine Aufgabe geben. Langes Sinnieren und Vergleiche kosten zu viel Zeit (s. 5. „Tschüss Perfektionismus“).

Am besten klappt es mit den schnellen Entscheidungen, wenn Sie aufgabenweise korrigieren. So ist gewährleistet, dass Sie einheitlich bewerten. Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl, das Sie in Ihrer Schul- und Studienzeit, im Referendariat und während Ihrer bisherigen Lehrertätigkeit ständig geschult haben.

7. Nicht ablenken lassen:

Das ist leichter gesagt als getan!

Der grösste Feind einer zügigen Korrektur ist die Prokrastination (oder langweiliger: das Aufschieben). Erste Erfahrungen mit dieser Technik sammeln wir meist schon mit Beginn der ersten Hausarbeit im Studium: Das Schreiben läuft etwas zäh und plötzlich schiessen uns tausend Dinge durch den Kopf, die wir unbedingt erledigen sollten. Also holen wir uns einen Kaffee, dann ist da plötzlich ein Fussel auf dem Boden und wir müssen saugen, ausserdem sollten die Bücher nun wirklich endlich mal nach Autoren sortiert werden, nun drückt die Blase und ach, jetzt wär ein Kaffee ‘ne feine Sache …

So wird das nötige Korrigieren immer weiter hinausgezögert und verschoben und das unausweichliche Zählen der verbleibenden Klausuren (auch so eine Prokrastiniationstechnik …) fällt deprimierend aus.

  • Statt jedem Impuls sofort nachzugehen oder die Bedürfnisse komplett zu unterdrücken (funktioniert eh nicht, irgendwann starrt man nur noch auf sein Blatt und denkt „Kaffee, Kaffee, Kaffee …“), sollten Sie die Gedanken aufschreiben, so erst mal loswerden und nach einer festgelegten Zeit im Paket erledigen. Vieles ist dann plötzlich gar nicht mehr so wichtig …
  • Für viele die Ablenkung Nummer 1: Das Smartphone. Schalten Sie es in Korrekturphasen am besten auf "Nicht stören".

Übrigens: die Autorin dieses Textes ist nicht besser. Während ich nun auf den Punkt kommen sollte, suche ich bei YouTube nach witzigen Prokrastinations-Videos … Na ja, wenigstens war die Suche erfolgreich:

8. Sie brauchen eine tomatenförmige Eieruhr (okay, es funktioniert auch mit einer Countdown-App oder einer eierförmigen Eieruhr):

Sollte das oben beschriebene Verhalten auf Sie zutreffen und Sie beim Korrigieren jedem Eichhörnchen dankbar sind, das an ihrem Fenster vorbeiläuft, ist die „Pomodoro-Technik“ etwas für Sie! Den Namen erhielt die Methode übrigens von den klassischerweise verwendeten Eieruhren in Tomatenform. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Apps (z. B. Focus Keeper, FokusPomo) und browserbasierte Anwendungen (z. B. Tomato Timer, Pomofocus)

Eieruhr in Tomatenform
Die Uhr zur „Pomodoro-Technik“. Es klappt aber auch mit jeder anderen Eieruhr. © Depositphotos.com/Swanlake1

So funktioniert’s:

  • Erledigen Sie alles, was Sie in der Korrekturzeit unterbrechen könnte (auch den Toilettengang) und legen Sie sich das Arbeitsmaterial zurecht.
  • Stellen Sie Ihre Eieruhr auf 20, 25 oder 30 Minuten (probieren Sie aus, was Ihnen am besten liegt).
  • Mit Start der Eieruhr gilt: Es existiert keine andere Aufgabe als das Abarbeiten des Korrekturstapels – auch das Telefon und Chats werden ignoriert!
  • Nach Ablauf eines Blocks machen Sie eine kleine Pause (ca. 5 Minuten), dann geht es weiter.
  • Nach etwa vier Blocks sollten Sie eine längere Pause einplanen oder die Arbeit am nächsten Tag fortsetzen.
  • Sie werden überrascht sein, wie viel Zeit Sie sparen – und das nicht nur, weil das Zählen der übrigen Klausuren obsolet wird …

9. Motivation durch Trance:

Falls Sie sich noch immer nicht aufraffen können, haben wir noch einen ganz anderen Weg im Netz entdeckt: Hypnose-Trance!

Auf der Internetseite von lehrerfreund.de erfahren Sie, wie’s funktioniert.

Ihre Erfahrungen mit der Trance können Sie gern im Blog posten. Wir sind auf Ihre Eindrücke gespannt ;-)

10. Anfangen!

Korrigieren wird nie zu den Lieblingsaufgaben gehören – aber mit der richtigen Strategie bleibt mehr Zeit für das Wesentliche: guten Unterricht und Ihr eigenes Wohlbefinden.

Tipp

Tipp zum Schluss: Grüne Korrektur

Statt wie gewohnt alles in Rot zu markieren, probieren Sie einmal Grün! Die Farbe wirkt positiver und hebt Erfolge hervor. So können Sie Ihre Korrektur in eine Positivkorrektur verwandeln: Lob, gute Ansätze und Fortschritte markieren, Fehler sachlich notieren – und schon werden Ihre Rückmeldungen motivierender für die Schülerinnen und Schüler. 

Wichtig: Nicht bei Abiturarbeiten einsetzen! Dort ist Grün die Farbe der Zweitkorrektur. Manche Schulleitungen bestehen zudem auf Rot als Korrekturfarbe. 

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Wer schreibt hier?

Bettina Kroker
Online-Redakteurin
Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Anregungen: