Schritt 2: Feedback geben
Nachdem der Text vorgelesen wurde, ist das Feedbackteam an der Reihe. Das Feedback sollte den Autorinnen und Autoren eine klare Orientierung geben und möglichst konkret ausfallen. Eine einfache Gesprächsstruktur hilft dabei, positive Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge miteinander zu verbinden.
Als Satzstarter können Sie beispielsweise folgende Formulierungen vorgeben:
- Das Feedbackteam benennt zunächst eine Stärke des Textes:
„Mir gefällt besonders gut, dass …“
„Die Stelle mit ... ist dir super gelungen.“
„Ich finde spannend, wie du …“
- Sie beschreiben, was bei ihnen als Lesenden angekommen ist. So kann die schreibende Person erkennen, ob ihr Text verständlich ist:
„Ich habe verstanden, dass …“
„Für mich war klar, dass …“
- Sie benennen Unklarheiten und fragen nach:
„Ich habe eine Frage zu der Stelle, wo …“
„Was ist gemeint, wenn du schreibst …“
- Die Kinder äussern Hinweise für die Weiterentwicklung des Textes:
„Vielleicht könntest du …“
„Du könntest noch … ergänzen, damit …“
Gerade für jüngere Schülerinnen und Schüler sind solche Satzstarter hilfreich, weil sie ihnen Sicherheit beim Formulieren von Feedback geben. Mit zunehmender Erfahrung können die Vorgaben schrittweise reduziert werden.
Wenn Feedback nicht klar ist oder sich Fragen ergeben, fragen die Autorinnen und Autoren direkt beim Feedbackteam nach.
Die Autorinnen und Autoren notieren sich die Vorschläge. Dabei kann eine Checkliste oder ein Überarbeitungsbogen helfen, die Rückmeldungen einfach abzuhaken und zu sortieren. Für jüngere Kinder eignen sich einfache Kriterien und Symbole, während ältere Schülerinnen und Schüler zunehmend selbstständig mit mehreren Überarbeitungskriterien arbeiten können.
Nun werden die Rollen gewechselt. Jedes Kind soll einmal in die Rolle des Autors/der Autorin schlüpfen und den eigenen Text vorlesen und Feedback erhalten. Dann geht es weiter zu Schritt 3:
Schritt 3: Text überarbeiten
Nach der Feedbackrunde geht es an die eigentliche Überarbeitung. Die Autorinnen und Autoren entscheiden selbst, welche Rückmeldungen und Verbesserungsvorschläge sie für ihren Text übernehmen möchten. Dadurch bleiben sie aktiv für den eigenen Schreibprozess verantwortlich.
Je nach Klassenstufe und Textsorte können die Kinder beispielsweise:
- fehlende Informationen ergänzen
- unklare Stellen verständlicher formulierenpassende oder abwechslungsreiche Wörter einsetzen
- Satzanfänge und Satzbau verändern
- Textstellen umstellen oder streichen
- Rechtschreibung und Satzzeichen überprüfen
Beispiel:
Text: „Dann ging Mia in den Wald. Dort war es gruselig.“
Feedback: „Ich weiss noch nicht genau, warum es gruselig war. Vielleicht könntest du beschreiben, was Mia im Wald gesehen oder gehört hat.“
Überarbeitung: „Dann ging Mia in den dunklen Wald. Plötzlich knackte hinter ihr ein Ast …“
Schritt 4: Endfassung präsentieren
Nach der Überarbeitung können die Kinder ihre fertigen Texte präsentieren.
Je nach Textsorte und Zeit können die Ergebnisse auf unterschiedliche Weise mit anderen geteilt werden:
- Vorlesen: Die Kinder lesen ihre überarbeiteten Texte der Klasse oder einer Kleingruppe vor.
- Ausstellen: Die fertigen Texte werden im Klassenzimmer, auf einem Lesetisch oder an einer Textwand präsentiert.
- Austauschen: Die Kinder lesen die fertigen Texte ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler und geben abschliessend eine kurze Rückmeldung.
Die Präsentation zeigt den Kindern, dass Überarbeiten einen Zweck hat: Der Text wird für echte Leserinnen und Leser weiterentwickelt. Gleichzeitig erfahren die Kinder Wertschätzung für ihre Arbeit und erleben ihren Schreibprozess als abgeschlossenes Produkt.