Die Bedeutung der Wortarten im Sprachlernprozess
Auch wenn unseren Sprachenlernerinnen und -lernern die Sinnhaftigkeit der Wortarten oftmals unklar ist, so entwickelt sich im Laufe des individuellen Prozesses langsam, aber sicher ein Bewusstsein für die deutsche Sprache. Die Arbeit mit den Wortarten kann dieses schärfen und als Basis für weitere Grammatiken dienen. Denn in der Grammatik kann jedes noch so kleine Wort klassifiziert und einer Wortgruppe zugeteilt werden.
Ein weiterer Aspekt, welcher die Auseinandersetzung mit Wortarten bekräftigt, ist das tiefgründigere Verständnis der Rechtschreibung. Diese verlangt gewisse Regeln, welche an die verschiedenen Wortarten gebunden sind.
Beispiel: Wir bringen unseren Schülerinnen und Schülern bei, dass Nomen grossgeschrieben werden – daher wäre es von Vorteil, wenn sie wissen, was ein Nomen ist.
Nun ist es aber auch so, dass bestimmte Verben und auch Adjektive grossgeschrieben werden, sobald sie nominalisiert werden. Die entsprechenden Signalwörter gilt es zu kennen. Unsere Sprachenlernerinnen und Sprachenlerner würden sich bei der Nominalisierung also enorm schwertun, wenn sie nicht wüssten, was Verben beziehungsweise Adjektive sind.
Des Weiteren geben die Wortarten Klarheit hinsichtlich der Zeichensetzung. Gerade die Kommasetzung, welche durchaus auch für Muttersprachlerinnen und Muttersprachler nicht immer ganz transparent scheint ( :) ), kann durch die Beschäftigung mit Wortarten (beispielsweise bei Relativpronomen) geübt und intensiviert werden.
Wir stellen also fest, dass hinter dem kleinen Wörtchen „Wortarten“ so viel mehr steckt, als man im ersten Moment glauben möchte. Die Arbeit mit ihnen erstreckt sich über den gesamten Sprachlernprozess unserer Schülerinnen und Schüler und bedarf ständiger Übung, Wiederholung und kontinuierlicher Festigung.
Deshalb ist abwechslungsreiches Üben wichtig
Dieser Bericht konzentriert sich ausschliesslich auf Möglichkeiten, die Wortarten auf schriftlicher Ebene zu üben und sukzessive zu sichern. Sie als Lehrperson sollten dabei unbedingt auf ein Angebot abwechslungsreicher und ansprechender Übungen achten. Denn monotone, immer gleich ablaufende Übungen führen bei unseren Sprachenlernenden zu Langeweile und einer demotivierten Arbeitshaltung. Abwechslungsreiches Üben ist wichtig, weil …
- … die Lernerinnen und Lerner motiviert an die Übungen herangehen.
- … unsere DaZ-Lernenden Spass an der Auseinandersetzung mit verschiedenen Übungsformaten haben und gleichzeitig lernen.
- … die Schülerinnen und Schüler die Wortarten spielerisch verinnerlichen können.
- … sie dadurch eine positive Haltung zur Arbeit mit und an den Wortarten entwickeln können.
Aus der Praxis – für die Praxis: 9 abwechslungsreiche und effektive Übungsformate zur Intensivierung der Wortarten
1. Wortarten-Mandala
Wie der Begriff „Wortarten-Mandala“ schon sagt, handelt es sich hierbei um eine kreative Auseinandersetzung mit den Wortarten. Der Vorbereitungsaufwand hält sich dabei in Grenzen. Sie nehmen ein „leeres“ Mandala und schreiben in die einzelnen Felder Ihre gewünschten Wörter zu den verschiedenen Wortarten, welche den Schülerinnen und Schülern bereits aus dem Unterricht bekannt sind.
Unter das Mandala schreiben Sie die zugehörigen Farben, zum Beispiel:
- Nomen: braun
- Verben: rot
- Adjektive: blau
- Artikel: gelb
Hier haben wir ein Wortarten-Mandala für Sie zum Ausdrucken vorbereitet: